Bern, 14.01.2026 / Pressemitteilung zum Wildeinflussgutachten 2025, Verband Berner Waldbesitzer
Die erneute Verschlechterung des Wildeinflusses auf den Wald zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Gegenüber 2023 hat nun die WEU ihre Verantwortung anerkannt: Dank dem politischen Druck des Grossen Rates und namentlich ehem. GR Bernhard Riem (Vorstandsmitglied BWB). Die im November 2025 publizierte Wald-Wild-Lebensraumstrategie bildet die Grundlage aktiv zu werden und dem grossen Handlungsbedarf zu begegnen.
Startschuss Strategieumsetzung
Für die Waldbesitzenden bedeutet die Strategie Wald-Wild-Lebensraum, dass die WEU nun endlich auf die gravierende Waldverjüngungssituation reagiert. Auf über 100'000 ha Waldfläche (59% kritisch und untragbar gemäss WEG von insgesamt 183'000 im Kanton Bern) kann sich der Wald nicht oder nur mangelhaft verjüngen. Die WaldeigentümerInnen zahlen die hohen Kosten von jährlich über 1 Mio. Franken für den Schutz vor Wildeinfluss seit Jahren selbst; Zu Gunsten aller Waldleistungen. Von diesen, namentlich Schutz vor Naturgefahren, Rohstoff Holz, Biodiversität, Erholung, profitiert die gesamte Gesellschaft.
Hoffnung besteht nun, dass die WEU ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommt und die Schalenwildbestände auf ein waldverträgliches Mass reduziert. Ob dies tatsächlich geschieht, wird sich an der Umsetzung der WWLS zeigen. «Aus den zahlreichen Massnahmen der Strategie stehen für uns die jagdlichen Massnahmen zur Bestandesreduktion für die Zielerreichung im Vordergrund. Der Verband der Berner Waldbesitzer verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und wird nötigenfalls wieder politisch aktiv», sagt Beat Zaugg, Präsident des BWB.
Waldeigentümer bewirtschaften den Wald gewinnbringend
Die Strategie umfasst auch ein klares Bekenntnis zur Waldbewirtschaftung, welche zur Sicherstellung aller Waldleistungen nötig ist. Entgegen der falschen Meinung, dass die Waldbewirtschaftung defizitär ist, wird im Kanton Bern jährlich 1 Mio. m3 Holz auf den Markt gebracht. Dies ist durch zielgerichtete Bewirtschaftungsstrukturen und gebündelter Holzvermarktung möglich. Die Eigenwirtschaftlichkeit stellt eine wichtige Prämisse zur nachhaltigen Sicherung der Waldleistungen dar. Diese kann jedoch nur gelingen, wenn der Wald auch nachwachsen kann. Gezielt eingesetzte Fördermittel wie beispielsweise zur Schutzwaldpflege, werden anderenfalls sonst buchstäblich weggefressen.
Effektive Wildtierregulierung
Inwiefern dem Kanton Bern eine effektive Wildtierregulierung gelingt, hängt davon ab, dass die Bestandesgrössen richtig eingeschätzt werden. So bestätigte die Jagdinspektorin Nicole Imesch auf Anfrage, dass beispielsweise im Wildraum 13 die Rotwildbestände bis anhin unterschätzt wurden. Das Erreichen der jagdlichen Zielsetzung, die Rotwildbestände örtlich zu senken, ist nicht zu verwechseln mit der ständig wachsenden Anzahl geschossener Tiere. Solange der Rotwildbestand trotz Zielsetzung Senken immer noch anwächst, muss seitens WEU nachgebessert werden. Der BWB begrüsst, dass die WEU diese Schwierigkeiten nun in Angriff nimmt.

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